Biography

Wer von euch kennt das Gefühl, sich immer wieder selbst zu überprüfen? Sich immer wieder allen inneren Zweifeln hinzugeben? Sich zu hinterfragen, damit nicht aufzuhören und immer auf der Suche zu sein? Ist das hier mein Leben? Bin ich dafür angetreten? Schöpfe ich all meine Möglichkeiten wirklich aus, tue ich genug? – um dann bei der Frage zu landen: Wer bin ich eigentlich?
Inzwischen glaube ich, die Antwort auf diese Frage kann nur sein: ich bin alles, was ich mitbringe! Alles Gute, alles Schlechte! Und ich fange damit an, okay mit mir zu sein, mir selbst die Hand zu reichen und all die Fehler zu akzeptieren, die ich so mache, und den Mut zu entwickeln, dafür einzustehen. All die Schwächen zu zeigen, für die ich mich schäme, in dem Bewusstsein, dass es uns kein Stückchen weniger liebenswert macht. Ich fange damit an, Hüllen fallen zu lassen, und die Mauern abzubauen, die mir vermeintlichen Schutz geben, den ich zu brauchen glaube, der aber bloß dazu führt, dass ich mich emotional abgrenze.
Mir wurde in den letzten Jahren oft Arroganz und Unterkühltheit vorgehalten, was ich lange Zeit nicht verstand. Denn in mir drin sah es so anders aus. Ich fühlte mich verletzbar und empfindsam; war so selbstkritisch und ließ mich schnell verunsichern. Ich habe genau diese Gegensätze tatsächlich erst im Laufe des Entstehungsprozesses zu diesem Album überein gekriegt. Meine eigene innere Wahrheit und die Wahrheit von außen. Angst war in den letzten Jahren mein engster Berater, und er ist wahrscheinlich der schlechteste, den man haben kann. Diese Angst gepaart mit dem Drang nach Perfektion hat vieles kontrolliert. Zu oft habe ich mich hinter meinem Look und einer Attitude versteckt, einfach aus Angst, ich selbst zu sein.
„Vor lauter Angst, die Kontrolle zu verlieren, hab ich sie verloren. Hab auf Gold gesetzt, auf Perfektion geschworen. Jetzt zieh ich mich aus bis auf die Haut, ich will mich zeigen und den Dreck drunter auch“ (Burn The Boats). Und so fang ich langsam an und lass es raus …
Dieses neue Frida-Gold-Album heißt „Alina“. „Alina“ stellvertretend für alle eure Namen. Alle Namen derer, die sich auf dieser Reise und Suche befinden, wie ich eben auch. All derer, die an sich selbst zweifeln und damit immer in Bewegung sind. All derer, die langsam den Weg zu sich selbst finden. Die Wahrheit liegt in der Fehlbarkeit. Und unsere Fehlbarkeit macht uns alle gleich, so wunderbar menschlich.